Der Name ist hier bereits vielsagend, den dieser Begriff ist dem Bereich Handel zuzuordnen. Oftmals wird für den Begriff Handelsspanne auch das Synonym Gewinnspanne oder Marge verwendet. Die Handelsspanne wird generell durch die Differenz zwischen dem sogenannten Einstandspreis und dem Verkaufspreis definiert. Doch generell muss zwischen den verschiedenen Arten der Handelsspanne unterschieden werden, und zwar je nachdem, in welche Gruppe diese einzuordnen ist. So kann die Handelsspanne in absoluten Zahlen ausgedrückt werden, was dann als Rohertrag bezeichnet wird oder auch in relativen Zahlen, was dann die Prozentspanne ergibt.
Generell wird die Handelsspanne stets an Hand von Nettopreisen ermittelt und stellt somit eine bedeutende Größe innerhalb der Handelskalkulation von einem Unternehmen dar.

Handelsspanne auch Gewinnspanne oder Marge genannt

Was sagt die Handelsspanne aus?

Die Handelsspanne ist der Betrag, der zwischen dem Preis, zu dem eine Ware oder Leistung auf dem Markt angeboten wird, und dem Einstandspreis liegt.

Auch die Begriffe „Marge“ oder „Gewinnspanne“ umschreiben die Handelsspanne und werden synonym verwendet. Die Differenz aus Verkaufs- und Einkaufspreis ergibt diese Spanne, wobei es verschiedene Arten der Handelsspanne gibt. Als Beispiel werden folgende genannt:

  • Artikelspanne: Die Handelsspanne bezieht sich auf einen einzelnen Artikel.
  • Warengruppenspanne: Die Handelsspanne bezieht sich auf alle Artikel einer Warengruppe.
  • Betriebshandelsspanne: Die Handelsspanne bezieht alle Beträge ein, die als Marge im Unternehmen anfallen.
  • Realisierte Handelsspanne: Sie wird auch als Abschlagsspanne bezeichnet und beschreibt den Abschlag vom Endpreis in Prozent.
  • Die geplante Handelsspanne: Sie beschreibt den Aufschlag, der auf den Einstandspreis gerechnet wird, in Prozent.

Die Handelsspanne wird genutzt, damit ein Unternehmen einen Verkaufspreis für ein Produkt oder eine Leistung festlegen kann, daher gilt sie auch als Instrument zur Preisfindung.

Wofür ist die Handelsspanne?

Von einem Handelsunternehmen wird die Handelsspanne zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis benötigt, um damit alle Kosten zu decken, die mit dem Verkauf der Handelsware zusammenhängen sowie den Unternehmerlohn und um einen kalkulatorischen Gewinn zu erzielen bzw. zu erwirtschaften.
Wer also ein Unternehmen gründen möchte oder eines führt, der muss mit der Handelsspanne seiner Produkte seine Kosten und seine privaten Lebenshaltungskosten (Unternehmerlohn) decken.

Wie wird die Handelsspanne kalkuliert?

Als erstes muss sich der Unternehmer über seine Kosten im Klaren sein, die mit dem Verkauf der Ware entstehen. Typische Kosten sind dafür beispielsweise:

Miete für Lager, Verkaufsräume etc.

  • Nebenkosten für die Verkaufsräume und Lager wie Wasser, Strom, Wärme etc.
  • Fahrzeugkosten beispielsweise für Transporter, LKW um die Waren zu transportieren.
  • Personalkosten
  • Kosten für Werbung und Marketing.
  • Kosten für Abverkäufe beispielsweise für Saisonware, Ladenhüter
  • Finanzierungskosten beispielsweise für Ladenausstattung
  • Unternehmerlohn – wie viel man monatlich aus dem Geschäft/Unternehmen entnimmt, um seine private Lebenshaltung zu finanzieren.
  • Instandhaltungskosten – wenn einmal etwas kaputt geht oder modernisiert werden muss.

Der nächste Schritt ist die Absatzplanung, also welche Anzahl von unterschiedlichen Produkten in welcher Stückzahl pro Jahr verkauft werden sollen (laut Planung).

Handelsaufschlag oder Handelsabschlag

Zudem muss noch unterschieden werden zwischen der Aufschlagsspanne – dem prozentualen Aufschlag auf den Einkaufspreis – und der Abschlagsspanne – dem prozentualen Abschlag vom Verkaufspreis. Wird von einem Händler beispielsweise ein Aufschlag von 40 % auf den (Nett)Einkaufspreis von 100 Euro kalkuliert, dann erhöht sich der Verkaufspreis netto auf 140 Euro. Dieser Handelsaufschlag wird auch Kalkulationszuschlag genannt und verwendet, um bei dem bekannten Einkaufspreis den Verkaufspreis zu ermitteln.
Doch darüber hinaus ist es auch umgekehrt möglich: Das heißt, es kann auch der Abschlag auf den Verkaufspreis ermittelt werden.

Die Formel, um den Handelsaufschlag zu berechnen:

Berechnung des Handelsaufschlages

Die Formel um den Abschlag auf den Verkaufspreis zu berechnen:

Berechnung des Handelsabschlages

In diesem Beispiel würde die entsprechende Abschlagsspanne vom (Netto)Verkaufspreis demnach 28,57 % betragen. Durch den Handelsabschlag wird angegeben, wie viel Prozent die Handelsspanne vom Verkaufspreis ausmacht und so kann schnell und völlig unkompliziert der Einkaufswert ermittelt werden.

Wie berechnet man die Handelsspanne?

Wenn du die Handelsspanne berechnen willst, kannst du folgende Formel nutzen:

(Nettoverkaufspreis minus Einstandspreis) geteilt durch Nettoverkaufspreis mal 100

Als Ergebnis kommt dabei ein Prozentwert heraus, der die Handelsspanne angibt.
Wichtig bei der Berechnung der Handelsspanne ist die Berücksichtigung des kalkulatorischen Gewinns, der sich aus Zinsen, Unternehmerlohn und Wagnisprämie zusammensetzt. Die kalkulatorischen Zinsen tragen dem Interesse des Unternehmers, das verwendete Kapital zu verzinsen, Rechnung. Der kalkulatorische Unternehmerlohn berücksichtigt den Arbeitsaufwand des Unternehmers oder Kapitalgebers. Die kalkulatorische Wagnisprämie wird meist nur bei risikoreichen Anlagen verwendet und gilt nicht als fester Bestandteil der Berechnung des kalkulatorischen Gewinns.

Die unterschiedlichen Handelsformen

Bei den verschiedensten Handelsformen wird die Handelsspanne angewandt und nicht nur im Lebensmittelhandel, sondern auch beim Handel an der Börse kommt sie zum Einsatz. Wird im „traditionellen“ Handel der Einkaufs- mit dem Verkaufspreis verglichen, dann werden in der Finanzwert der Kassakurs und der Verkaufskurs zueinander ins Verhältnis gesetzt.
Hier wird die Beweglichkeit der Kurse innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls ausgedrückt. Ebenfalls entscheidet die Art des Handels die Höhe der Handelsspanne.
Die Handelsspanne fällt bei den großen Supermärkten beispielsweise teilweise nur minimal aus, wirft aber aufgrund der Masse der verkauften Produkte dennoch einen Gewinn ab. Ein Geschäft das sich auf bestimmte Waren spezialisiert hat und nur wenige Verkäufe im Monat registriert, kann sich eine solch kleine Handelsspanne nicht leisten. Demnach wird hier die Handelsspanne deutlich höher angesetzt, damit überhaupt ein Gewinn erzielt werden kann. Denn auch die Fixkosten müssen bezahlt werden.
Das bedeutet, dass die Handelsspanne sorgfältig kalkuliert werden muss. Von Beginn an muss abgeklärt werden, wie viel ein Produkt wert ist und vor allen Dingen, wie viel es dem Kunden wert ist.

Die Handelsspanne ist bedeutend für die Rentabilität

Ganz egal ob nun im Einzelhandel oder an der Börse, die Handelsspanne dient dem Händler dazu, Aussagen über den Gewinn und die Kosten zu treffen. Beispielsweise gibt die permanente Überwachung der Handelsspannen dem Handelsmarketing wichtige Hinweise über die beste Preiskalkulation und den optimalen Wareneinkauf. Zudem gibt die Handelsspanne auch Auskunft über die Rentabilität eines Unternehmens, aber sie wird niemals komplett ausgeschöpft, denn ansonsten wäre der Verkauf nur kostendeckend und das Unternehmen würde keinen Gewinn erwirtschaften.