kajnok bei Höhle der Löwen – geplatzer Deal

Geplatzter Deal bei “Die Höhle der Löwen” – Kajnok-Gründerin lehnt Top-Angebot ab

Kajnok-Gründerin Sonja Zuber ging mit einem klar gesteckten Ziel zur “Höhle der Löwen” – 200.000 Euro für zehn Prozent der Unternehmensanteile. Kajnok vertreibt Nudeln, die aus der Konjak-Pflanze hergestellt werden und extrem wenig Kalorien, aber dafür viele Ballaststoffe beinhalten. Mit der „schlanken Nudel“ soll das Abnehmen leicht fallen, ohne dass man auf Leckeres verzichten müsste. Zuber konnte die Löwen schnell von ihrer Geschäftsidee überzeugen, drei Juroren machten ihr ein Angebot. Was ihr der Gastlöwe Georg Kofler schließlich anbot, überstieg ihre Vorstellungen bei weitem: die doppelte Summe, 400.000 Euro, für 26 Prozent der Anteile. Zuber konnte ihr Glück kaum fassen und sagte in der Sendung zu. Jetzt ist der Deal geplatzt. Was ist da passiert?

Warum der Kajnok-Deal platzte

Nach der Zusage bei „Die Höhle der Löwen“ trat die 34-jährige Gründerin in die Verhandlungen mit Koflers Firma Glow Innovations. Nach mehreren Treffen war für Sonja Zuber klar: die Vorstellungen der beider Parteien gehen zu weit auseinander, als dass man erfolgreich kooperieren könnte. Die Firmenpartner Kofler und Williams (die Kofler in der Sendung vertrat) wollten sich bei ihrem Werbeplan für Kajnok primär auf Influencer-Marketing und soziale Netzwerke konzentrieren. Kajnok-Gründerin Zuber sah gerade hier das Problem – junge Bloggerinnen, die auf Youtube, Instagram & Co für Abnehm-Nudeln werben, stimmten nicht mit ihrer Vorstellung von Unternehmen und Zielgruppe überein. Viel eher will sie die klassischen Kanäle über den Einzelhandel nutzen, um Kunden zu erreichen. Sonja Zuber entschied sich schließlich dazu, keine Kompromisse einzugehen – und somit gegen eine Beteiligung und das Mitspracherecht eines großen Investors bei ihrem kleinen, fünf-Mitarbeiter-starken Unternehmen.

Warum auch andere Deals bei DHDL immer mal wieder platzen

Der Rückzug von Kajnok ist kein Einzelfall in der Geschichte von „Die Höhle der Löwen“. In den fünf Staffeln seit 2014 kam es immer mal wieder zum Scheitern von Geschäftsverhandlungen nach Ausstrahlung der Episode. Viele dieser geplatzten Deals wurden zwar bestätigt, aber nicht immer von einer der beiden Seiten kommentiert. Die Gründe, die man kennt, wiederholen sich jedoch oft. So kam es schon häufiger vor, dass die Gründer doch noch ein besseres Angebot von einem anderen Investor erhielten. So war es bei Peter Karacsonyi, der Skateboards aus High-Tech-Material präsentierte und ein Angebot über 60.000 Euro für 30 Prozent Anteile von Frank Thelen erhielt. Noch während der anschließenden Verhandlungen mit Thelen bekam der Gründer das Geld zu besseren Konditionen – von einem anderen Investor. In anderen Fällen erweist sich die zuvor präsentierte Geschäftsidee im Nachhinein als nicht so erfolgversprechend, wie in der Sendung angenommen. 250.000 Euro wurden Michael Liebl für 30 Prozent seines Unternehmens Gourmetfix angeboten. Anschließend kommentierte eine Sprecherin von Juror und Unternehmer Vural Öger, die Auftragslage des Startups sei nicht so gut wie in der Sendung beschrieben gewesen. Die Verhandlungen um die praktischen Gewürzmischungen wurden abgebrochen. In den meisten Fällen, wie auch bei Sonja Zuber und Kajnok, liegt das Problem in den konfliktären Vorstellungen der Parteien. Gerade als Gründer des eigenen Unternehmens dürfte es schwer fallen, Stimmrecht an Externe abzugeben und somit Gefahr zu laufen, die eigenen Ideen und Visionen zum Produkt nicht durchsetzen zu können. Dennoch benötigt ein junges Unternehmen in der Regel das Kapital von Investoren, um am Markt zu wachsen.

Wie steht es heute um Kajnok?

kajnok shop
Der Online-Shop von Kajnok

Die Gründerin entschied sich dafür, selbst zu investieren. Mit einem privaten Darlehen und Geld aus dem Cash Flow bekamen Sonja Zuber und ihr Mann Felix 300.000 Euro zusammen. In dem neuen 500 Quadratmeter großen Lager befinden sich jetzt rund eine halbe Millionen Nudelpackungen – Zuber will vorbereitet sein auf den erhofften Ansturm nach Ausstrahlung der Sendung. Man habe durch die eigene Investition alles umsetzen können, was geplant war, sagt sie. Neben dem Lager entschied sich die Gründerin auch zu einer Zusammenarbeit mit einer Agentur zur Verbesserung der Website und des Online-Shops. Aktueller Stand: Kajnok ist bei Rewe, Edeka, Galeria Kaufhof und anderen Supermarktketten erhältlich. Der Jahresumsatz soll wieder über einer Million Euro liegen.

Nadine Müller

Content ist King – das weiß auch Nadine und arbeitet seit 2019 als Teamlead des Online-Marketing Teams an der Entwicklung, Anpassung & Umsetzung von diversen Marketing Strategien. Ihre langjährige Erfahrung als Content Marketing Manager kommt ihr hierbei zugute.

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