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Reisebüro eröffnen – Als Franchise oder mit dem eigenen Reisebüro Urlaubsträume erfüllen!

Reisebüro eröffnen – Als Franchise oder mit dem eigenen Reisebüro Urlaubsträume erfüllen!

Aktualisiert am
24
.
06
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2024

Die Deutschen sind ein reiselustiges Völkchen. Stolze 68 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr 2018 in der Bundesrepublik für Reisen ins In- und Ausland ausgegeben. Der Deutsche Reiseverband vermeldet, dass immerhin rund 27 Milliarden Euro davon über Reisebüros abgewickelt wurden. Zusammengefasst: Die Tourismus-Branche ist ein Wachstumsmarkt. Erfolgreiche Reisebüro-Neugründungen sind keine Seltenheit und möglicherweise möchtest auch du von der Reiselust im Land profitieren. Was es dabei zu beachten gibt und wie du dein Geschäft erfolgreich aufbaust und gestaltest, erfährst du in diesem Beitrag.

Reisebüro eröffnen – Als Franchise oder mit dem eigenen Reisebüro Urlaubsträume erfüllen!

Voraussetzungen, um ein Reisebüro zu eröffnen

Nun ist es also soweit, die Entscheidung steht fest: Du gründest ein Reisebüro und machst dich in der Tourismus-Branche selbstständig. Für diesen Fall gibt es zuerst mal gute Nachrichten. Du musst für dein Vorhaben keine bestimmten Genehmigungen bei Behörden einholen oder gar den Nachweis einer touristischen Ausbildung erbringen. Letzteres wäre, so nebenbei angemerkt, jedoch auf keinen Fall ein Nachteil. Die Konkurrenz in deinem zukünftigen Business ist groß. Seriöses Fachwissen erleichtert dir den Geschäftsstart und die kompetente Beratung deiner zukünftigen Kunden.

Um folgende Formalitäten muss du dich allerdings auf jeden Fall gewissenhaft kümmern:

  • Anmeldung beim Ordnungsamt
  • Nachweis deiner Zuverlässigkeit durch ein polizeiliches Führungszeugnis
  • und durch deinen Eintrag im Gewerbezentralregister (bei der zuständigen Meldebehörde zu beantragen)

Franchise-Reisebüro oder eigenes Reisebüro?

Sind nun die Formalitäten erledigt, musst du dir spätestens jetzt überlegen, ob du ein eigenes Reisebüro eröffnen willst oder ein bereits bestehendes Konzept übernehmen möchtest. Als Franchisenehmer bist du nicht im selben Ausmaß „dein eigener Herr“, wie das beim Reisebüro der Fall wäre, das du komplett selber konzipieren musst.

Vorteile eines Franchise-Unternehmens

  • Das Risiko einer Gründung minimiert sich, da du ein bereits erprobtes Konzept mit all seinen bewährten Strukturen übernehmen kannst.
  • Du profitierst von einer bereits etablierten und bekannten Marke.
  • Werbung und Marketing wird eventuell vom Franchisegeber übernommen, was dir enorme Kosten ersparen kann.
  • Der Franchisegeber unterstützt dich bei der Gründung des Reisebüro organisatorisch und in vielen Fällen auch finanziell.

Nachteile eines Franchise-Unternehmens

  • Du musst üblicherweise monatliche Gebühren an den Franchisegeber überweisen.
  • Du musst wesentliche Vorgaben und Marketingstrategien des Franchisegebers umsetzen und verlierst somit unternehmerische Freiheit.
  • Der Standort deines Reisebüros ist womöglich nicht frei wählbar.
  • Ist der Franchisegeber gleichzeitig ein Reiseveranstalter, kann sich dein vermittelbares Angebot drastisch reduzieren.
  • Gerät dein Franchisegeber in Verruf, kann sich das auch auf den Erfolg deines Reisebüros auswirken.

Welche Tätigkeiten möchte ich anbieten?

Ja, ganz richtig gelesen. Reisebüro ist nicht gleich Reisebüro. Als Reisevermittler bist du für diverse Reiseveranstalter tätig. Du bist die Schnittstelle zwischen dem Kunden und dem Veranstalter und bist in erster Linie organisatorisch tätig. Als Reiseveranstalter zeichnest du für die gesamte Konzeption der Reise verantwortlich und haftest außerdem für die im Reisevertrag vereinbarten Leistungen. Die dritte Variante ist eine Tätigkeit als Reiseberater. Bei dieser Geschäftsform bist du mobil und benötigst keinen Geschäftsstandort für Kundenbesuche. Hier eröffnen sich durch etwaige Kooperationen mit größeren Reiseveranstaltern Chancen, auf Provisionsbasis wirtschaftlich erfolgreich tätig zu sein.

Kurz gefasst: Egal, für welches Geschäftsmodell du dich entscheidest – dein Reisebüro ist immer die Schnittstelle zwischen dem Reisenden, dem Reiseveranstalter und dem Reisevermittler.

Leistungen, die ein Reisebüro anbieten muss

Als Betreiber eines Reisebüros reicht es nicht, ausschließlich als Berater tätig zu sein. Nach dem Reisevertragsrecht musst du folgende Leistungen anbieten und erbringen:

  • Beschaffung von Tickets für Bahn, Bus (Fernverkehr), Flugverkehr und Schifffahrt
  • Vermittlung von Pauschal- und Gesellschaftsreisen
  • Vermittlung von Einzelreisen mit Beherbergungs- und Pflegeleistungen
  • Auskünfte über Reiseleistungen
  • Auskünfte über Pass- und Visabestimmungen
  • Aufklärung über Sicherheitsrisiken am Urlaubsort

Haftungsbestimmungen als Reisevermittler

Nicht nur als Reiseveranstalter ist man Haftungsrisiken ausgesetzt, auch als Reisevermittler haftet man für Beratungsfehler in folgenden Bereichen:

  • Beförderungsbedingungen
  • preisliche Bestimmungen
  • Einreisebestimmungen des Ziellandes
  • Qualität der Unterkunft

Denke deshalb daran, unbedingt eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen, um dich gegen solche Fälle, in denen du haftbar gemacht werden kannst, abzusichern. Der Schritt in die Selbstständigkeit zieht noch ein paar weitere Notwendigkeiten im Versicherungsbereich nach sich. So musst du dich etwa um eine Kranken- und Rentenversicherung kümmern. Als Selbstständiger bist du nicht mehr pflichtversichert und musst dich alleine um derlei Angelegenheiten kümmern.

Reisevermittler
 Reisevermittler

Welche Reisebüro Arten gibt es?

Um diese Frage zu beantworten, wollen wir das Geschäftsfeld in drei Varianten der Örtlichkeit einteilen: das stationäre Reisebüro, das Online Reisebüro und das mobile Reisebüro

Das stationäre Reisebüro

Möchtest du ein stationäres Reisebüro eröffnen, solltest du dir über ein paar Dinge Gedanken machen und ein paar Fragen formulieren. Kann ich mir ein Reisebüro vor Ort leisten? Gibt es geeignete Geschäftslokale in meiner Stadt? Wo finde ich kompetente Mitarbeiter und kann ich diese auch bezahlen? Ein stationäres Reisebüro sollte nicht allzu nahe an Standorten der Konkurrenz eröffnet werden, außer dein Betrieb besetzt ein außergewöhnliches Alleinstellungsmerkmal, etwa „klimafreundliches Reisen“ oder bestimmte Themenreisen wie „Weinreise in die Toskana“. So oder so sollte dein Geschäftslokal in einer belebten Straße liegen, die gut erreichbar ist. Ideal sind Fußgänger- und Begegnungszonen. Da deine Kunden keine schweren Produkte nach Hause befördern müssen, ist Parkraum direkt vor dem Geschäft nicht von allzu großer Bedeutung. Übrigens: Die Miete für Räumlichkeiten in beliebten Einkaufsstraßen kann natürlich sehr hoch ausfallen. Vermutlich benötigst du für dein Reisebüro einen oder mehrere Mitarbeiter. Sei dir im Klaren, dass die Ausgaben für Lohn und Lohnnebenkosten beträchtliche Summen ergeben und nicht im Finanzplan übersehen werden dürfen.

Das Online Reisebüro

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hat errechnet, dass im Jahr 2018 bereits 65% aller Reisen online gebucht wurden. Die Tendenz ist nach wie vor steigend. Jeder kann und darf einen Online-Shop und somit auch einen Online-Reiseanbieter aufbauen. Sich allerdings gegen die großen und marktbeherrschenden Online-Giganten durchzusetzen, ist keine leichte Übung.

Umso wichtiger sind geschickt eingesetzte Marketing-Instrumente, um Kunden auf die eigenen Angebote und Vorzüge aufmerksam zu machen. Es lohnt sich unbedingt, die intensive Auseinandersetzung mit Social Media und anderen digitalen Tools nicht zu scheuen. Ein professioneller Web-Auftritt ist aufgrund des Fehlens einer stationären Verkaufsstelle die einzige Möglichkeit, um deine Kunden von der Qualität und der Einzigartigkeit deiner Produkte zu überzeugen. Auch Online braucht Know-how!

Das mobile Reisebüro

Neben einem stationären und einem Online Reisebüro kannst du außerdem ein mobiles Reisebüro gründen. Du sparst dir Ausgaben für das Geschäftslokal und teure Mitarbeiter und berätst deine Kunden telefonisch und per E-Mail.

Reisebüro eröffnen – Kosten und Finanzierung

Bevor du erste Ausgaben tätigst, erstelle unbedingt einen konkreten Finanzplan. Folgende Punkte sind dort unter anderem zu beachten:

  • Kapital für die Anlaufphase (etwaige Umbauten etc.) und für die Sicherung deines Lebensunterhaltes
  • Betriebskosten, Lagerkosten, Kosten für EDV
  • Kosten für Bürokratie und Amtswege
  • Versicherungen und Steuern
  • Kosten für unter Umständen vorhandene Mitarbeiter
  • finanzielle Reserven für unvorhersehbare Situationen

Bei der Finanzierung deines Reisebüros wirst du um die Bereitstellung eines gewissen Basiskapitals nicht herumkommen. Zusätzlich bietet sich ein Kredit für Gründer bei einer Bank an. Hier gibt es Angebote, die auf verschiedenste Bedürfnisse zugeschnitten sind. Als Gründer eines Reisebüros kannst du außerdem staatliche Förderungen für dich in Anspruch nehmen. Bei der Beantragung ist meistens ein fundierter Businessplan vorzulegen. Darin werden dein Konzept und deine Geschäftsidee beschrieben und anschließend auf ihre Förderwürdigkeit überprüft.

Tipp!

Wenn du dich mit deinem Reisebüro selbstständig machst, musst du dich natürlich auch gewissenhaft um deine eigene Buchhaltung kümmern. Eine Buchhaltungssoftware hilft dir schnell, unkompliziert und nach aktuellen Standards mit deiner Buchführung.

Marketing – Werbung machen für mein Reisebüro

Um in deinem Business langfristig erfolgreich zu sein, benötigst du eine geschickte und gut überlegte Marketing-Strategie. Dafür ist zu allererst eine Definition deines Zielpublikums notwendig. Erst dann können spezifische Marketing-Aktivitäten geplant und schlussendlich punktgenau eingesetzt werden. Ein kleines Beispiel: Gilt dein Fokus eher jungen Leuten zwischen 20 und 40, dann sind soziale Medien und digitale Kanäle möglicherweise die Werkzeuge deiner Wahl. Sind Menschen ab 60 dein Zielpublikum, wirst du andere Werbemöglichkeiten ins Auge fassen müssen, zum Beispiel Postwurfsendungen, Flyer verteilen oder die gute alte Mundpropaganda ankurbeln.

Bei einem stationären Reisebüro kann eine ganz klassische Variante des Marketings auch im 21. Jahrhundert zum Erfolg beitragen: ein attraktiv gestaltetes Schaufenster. Die meisten Menschen sind visuelle Typen und legen auf geschmackvolle Werbung – bewusst oder unbewusst – großen Wert. Eine Spezialisierung in deinem Gewerbe kann auch absolut geschäftsfördernd sein. Möglicherweise ist es an deinem Standort einfach klüger, nicht das gesamte Sortiment abzudecken, sondern in einer nicht bespielten Nische dein Glück und deine Kunden zu finden.

Fazit

Steht dein Entschluss fest und du möchtest dich mit einem Reisebüro selbstständig machen, darfst du dich auf eine ganze Menge Arbeit einstellen. Arbeit kann – bei aller Mühsal – auch lustvoll sein und Spaß machen. Und als sein eigener Herr den Arbeitsalltag zu gestalten – das hat schon was. Neben den bürokratischen Vorgängen einer Geschäftsgründung und den Herausforderungen des Marketings, sei vor allem die Notwendigkeit einer ausgezeichneten Kenntnis der Tourismusbranche hervorzuheben. Qualität geht immer einher mit Sach- und Fachkenntnis. Und es gilt auch im Wettstreit der Reisebüro-Betreiber: Qualität setzt sich durch!

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