Dropshipping – Infos und Praxistipps rund um das Handelsmodell

Das Handelskonzept Dropshipping hat in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Wir erklären dir, was es mit dem Modell auf sich hat, zeigen Schritt für Schritt, wie man ein Dropshipping Business aufbaut, beschäftigen uns mit den Kosten und rechtlichen Pflichten und stellen die Vor- und Nachteile von Dropshipment einander gegenüber. Außerdem zeigen wir interessante Dropshipping Lieferanten auf.

Das erwartet dich heute

  1. Was verbirgt sich hinter diesem Modell?
  2. In acht Schritten zum Dropshipping Händler
  3. Welche Kosten fallen an?
  4. Die Haftung für Dropshipping Unternehmer
  5. Steuern und Zollgebühren für Dropshipping Händler
  6. Die Vor- und Nachteile von Dropshipping in der Übersicht
  7. Dropshipping Lieferanten: Geeignete Großhändler und Hersteller
  8. Erprobte Praxistipps für angehende Dropshipping Händler

Dropshipping: Was verbirgt sich hinter diesem Modell?

Von Dropshipping spricht man immer dann, wenn ein Händler seinen Lieferanten bestellte Produkte direkt an den Endkunden ausliefern lässt. Auf diese Weise entfallen die Vorfinanzierung von Warenbeständen, deren Lagerung und der Aufbau und Betrieb einer eigenen Versandlogistik. Dadurch spart der Dropshipping Händler viel Geld und Zeit.

Dropshipping oder Streckengeschäft: Zwei Begriffe für ein Konzept

Dropshipping wird mitunter auch als Streckengeschäft oder Direkthandel bezeichnet. Unabhängig vom Begriff geht es hierbei immer um eine Alternative zum klassischen Handel. Während der konventionell arbeitende Online-Händler Produkte im Vorfeld einkauft, diese lagert und im Fall einer Bestellung an seinen Kunden versendet, überträgt der Dropshipper diese Aufgaben an seine Lieferanten. Hierbei handelt es sich meist um Großhändler, teilweise aber auch um Hersteller.

Dropshipping Definition
Was ist Dropshipping?

Je nach eingesetztem Shop-System werden die eingehenden Bestellungen automatisch an den jeweiligen Lieferanten weitergeleitet. Dieser verpackt die gewünschte Ware und versendet sie direkt an den Endkunden. Die Einkaufskosten entstehen damit erst dann, wenn die bestellten Artikel vom Verbraucher bereits bezahlt wurden. Die Lieferanten nehmen eine zentrale Rolle ein. Da der Dropshipping Händler selbst keinen Einfluss auf die Produktqualität und die Lieferzeit hat, ist es wichtig, dass er vertrauenswürdige und zuverlässige Großhändler und Hersteller auswählt.

In acht Schritten zum Dropshipping Händler in Deutschland

Der Aufbau eines eigenen Dropshipping Business erfolgt am besten in klar geplanten und systematischen Schritten:

Schritt 1: Die Geschäftsidee

Die Geschäftsidee legt nicht nur fest, dass du Dropshipping als Handelsmodell einsetzen willst. Du definierst hier auch, welche Produkte du zu welchen Konditionen an welche Zielgruppe verkaufen werden. Außerdem solltest du darüber nachdenken, welche konkreten Gründe du deinen Kunden bietest, genau in deinem Shop einzukaufen.

Schritt 2: Die Anmeldung

In Deutschland benötigst du zum Start eines Handelsunternehmens lediglich eine Gewerbeanmeldung. Diese führst du gegen eine kleine Gebühr (10,00 Euro bis 65,00 Euro) bei deiner zuständigen Stadt- oder Gemeindeverwaltung durch. Die Gewerbeanmeldung führt dann zu einer automatischen Anmeldung beim Finanzamt und bei der Handelskammer.

Schritt 3: Die Lieferantensuche

Beim Handelsmodell Dropshipping stehen die angeschlossenen Lieferanten im Mittelpunkt und entscheiden maßgeblich darüber, wie erfolgreich das Geschäftsmodell verläuft. Daher sollte man sich für die Suche nach geeigneten Großhändlern und Herstellern viel Zeit nehmen. Potenzielle Kandidaten müssen gründlich überprüft werden, bevor man eine Zusammenarbeit startet.

Schritt 4: Die Formalitäten

Entscheidest du dich dafür, Produkte aus dem Zollausland (zum Beispiel China) einzukaufen, dann solltest du dich unbedingt mit den rechtlichen Regeln und Vorschriften beschäftigen, die hier gelten. Achte vor allem darauf, dass hierzulande angebotene Produkte den hiesigen Gesetzen entsprechen müssen und berücksichtige, dass je nach Produkt und Preis Einfuhrumsatzsteuer oder Zollgebühren anfallen.

Schritt 5: Das Shop-System

Im Prinzip kann ein Dropshipping Business mit jedem beliebigen Shop-System, wie zum Beispiel Shopify, aufgebaut werden. Besser ist es allerdings, wenn du dich für eine Software entscheiden, bei der spezielle Dropshipping Funktionen bereits integriert sind. Besonders praktisch ist es, wenn die Software eingehende Bestellungen an den jeweiligen Lieferanten automatisch übermittelt.

Schritt 6: Die Produktauswahl

In der Geschäftsidee hast du definiert, welche Produktkategorie du in den Mittelpunkt Ihres Dropshipping Shops stellst. Nun ist es an der Zeit, die virtuellen Regale zu füllen und sich für ein ansprechendes und attraktives Sortiment zu entscheiden. Versetze dich dabei immer in die Position deiner Zielgruppe und wähle Produkte aus, die gut zu potenziellen Kunden passen.

Schritt 7: Werbung und Marketing

Als Dropshipping Händler sparst du nicht nur viel Geld, sondern auch eine Menge Arbeitszeit. Diese solltest du zumindest teilweise in die Vermarktung deines Shops, Produkte und in die individuelle Betreuung deiner Kunden investieren. Auf diese Weise schaffst du Voraussetzungen für nachhaltig hohe Umsätze und stabile Gewinne.

Schritt 8: Die Optimierung

Nachdem du deinen Dropshipping Shop eingerichtet und veröffentlicht hast, setzt unmittelbar die Phase der Optimierung ein. Dabei gilt es, Sortiment und Service fortlaufend zu verbessern, um  noch höhere Umsätze zu erzielen. Außerdem solltest du regelmäßig Produkte aus dem Shop entfernen, bei denen es zu einer erhöhten Rücksendequote durch den Kunden kommt.

Tipp:

Entscheidest du dich für die Dropshipping Methode, benötigst du in den meisten Fällen einen Online Shop. Wir helfen dir dabei, deinen eigenen Online Shop zu erstellen.

Welche Kosten entstehen beim Dropshipping?

Einer der entscheidenden Vorteile beim Dropshipping besteht darin, dass wir es mit vergleichsweise geringen Kosten zu tun haben. Hierbei muss man zwischen Gründungskosten und Betriebskosten unterscheiden.

Da kein Warenbestand angeschafft, kein Lager bereitgestellt und keine sonderlichen Geschäftsräume benötigt werden, halten sich die Startkosten in engen Grenzen. Der Dropshipping Händler wird sein Unternehmen in vielen Fällen während der Anfangszeit von zuhause aus leiten. Dennoch müssen kleinere Beträge für die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder für anfallende Gebühren in Sachen Shop-System oder Marktplatz eingeplant werden.

In Bezug auf die laufenden Kosten ergeben sich für den Dropshipper ebenfalls Vorteile. Er braucht weder für eine Lagermiete noch für Personalkosten aufkommen. Der finanzielle Aufwand beschränkt sich damit im Grunde genommen auf die Ausgaben, die in direktem Zusammenhang mit eingehenden Bestellungen stehen. Dies sind vor allem der Einkaufspreis der Ware, die Gebühren für Handling und Versand und eventuell anfallende Zollgebühren. Darüber hinaus fallen allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten, Ausgaben für Werbung und Marketing, Gebühren für Shop-Systeme und Marktplätze sowie Gebühren für Zahlungsanbieter an.

Die Haftung für Dropshipping Unternehmer

Die meisten Dropshipper wählen für die Ausübung ihrer Selbständigkeit die Rechtsform des Einzelunternehmens. Hier stellt sich dir grundsätzlich die Situation, dass du für Schäden, die durch dein Handeln entstehen, haftbar gemacht werden kannst. Für den Händler spielt die Haftung vor allem in Bezug auf die von ihm angebotenen Produkte eine Rolle. Verursachen diese beim Endkunden nachweislich einen Schaden, so kann es geschehen, dass du für den Schaden aufkommen musst. In aller Regel geht diese Haftung allerdings auf den Lieferanten über, von dem man selbst das Produkt erworben hat. Ausnahmen können bestehen, wenn man zum Beispiel Produkte von chinesischen Händlern anbietet, die gar nicht für die europäischen Märkte zugelassen sind.

Um hier keine sonderlichen Risiken einzugehen, solltest du erstens nur Produkte mit einer CE-Kennzeichnung anbieten und zweitens eine gewerbliche Haftpflichtversicherung abschließen, bevor du mit dem Dropshipping Handel startest.

Steuern und Zollgebühren für Dropshipping Händler

Als Händler und Unternehmer mit Sitz in Deutschland bist du hierzulande grundsätzlich steuerpflichtig. Dabei spielen für Einzelunternehmer hauptsächlich die Umsatzsteuer und die Einkommensteuer eine Rolle. Die Umsatzsteuer, hierbei handelt es sich meistens um 19 Prozent, wird auf jedes Produkt aufgeschlagen und muss in monatlichen Abständen an das Finanzamt abgeführt werden. Gleichzeitig kann man die bereits durch den Einkauf gezahlte Umsatzsteuer in Abzug bringen. Einkommensteuer wird auf den erwirtschafteten Gewinn fällig und muss einmal im Jahr gegenüber dem Finanzamt erklärt und gezahlt werden.

Bietest du als Dropshipping Händler Produkte an, die du selbst im EU-Ausland erworben hast, fallen hierfür Einfuhrumsatzsteuer oder auch Zollgebühren an. Je nach Land, in dem die Ware verkauft wird. Die Einfuhrumsatzsteuer entspricht dabei unserer allgemeinen Umsatzsteuer. Zollgebühren fallen meist erst bei höherpreisigen Produkten an und hängen in ihrer Höhe von den beteiligten Ländern und von der Produktkategorie ab.

Die Vor- und Nachteile von Dropshipping in der Übersicht

Als Dropshipping Händler benötigst du für die Gründung fast kein Kapital und trägst auch kein Warenrisiko. Dagegen ist der klassische Online-Händler selbst dafür verantwortlich, wenn sich bestimmte Produkte, die er eingekauft hat, nicht oder nur schlecht verkaufen lassen. Der Dropshipper benötigt kein Lager und entsprechend auch weder Lagerpersonal noch Verpackungsmaterial. Er profitiert insgesamt von niedrigen laufenden Kosten und kann beliebig große Sortimente anbieten, ohne dass dies zu höheren Ausgaben führt.

Auf der anderen Seite erhält er in vielen Fällen schlechtere Einkaufskonditionen, da er immer nur einzelne Produkte abnimmt.

Er ist in hohem Maße von den Lieferanten abhängig und hat selbst kaum Kontrolle über Produktqualität und Lieferzeit.

Außerdem stellt ihn die Abwicklung von Retouren vor gewisse Schwierigkeiten, da er diese, je nach Standort seiner Lieferanten, selbst darstellen muss.

Dropshipping Lieferanten: Geeignete Großhändler und Hersteller

Der Lieferant spielt beim Dropshipping eine entscheidende Rolle. Du wählst ihn mit großer Sorgfalt aus und überprüfst ihn ebenso gründlich wie regelmäßig. Im Folgenden stellen wir dir einige Beispiele von interessanten Partnern für dein Dropshipping Business vor:

AliExpress: Das chinesische Amazon

Aliexpress Dropshipping
Quelle: www.aliexpress.com

AliExpress ist mit Amazon vergleichbar und bietet als chinesischer Händler Millionen von Produkten aus allen erdenklichen Kategorien.

DHgate: Elektronik zu günstigen Preisen

Dropshipping über DHgate
Quelle: www.dhgate.com

DHgate mit Sitz in China hat sich auf den Handel mit Elektronik spezialisiert und bietet darüber hinaus Artikel aus den Bereichen Spielwaren, Kosmetik und Kleidung.

NEDIS: Der europäische Dropshipping Anbieter

Dropshipping über Nedis
Quelle: www.nedis.com

NEDIS agiert von den Niederlanden aus und betreibt Niederlassungen in vielen anderen europäischen Ländern. Das Sortiment umfasst mehr als 17.000 Produkte und konzentriert sich auf Unterhaltungselektronik.

DropShipping.de: Die Lieferanten-Datenbank aus Deutschland

DropShipping.de

DropShipping.de betreibt eine Datenbank mit über 700 geprüften Dropshipping Lieferanten, über die mehr als vier Millionen Produkte bezogen werden können.

DealExtreme: Alles rund ums Smartphone aus Hong Kong

Dropshipping über Dealextreme

DealExtreme aus Hong Kong handelt mit einer Vielzahl von elektronischen Produkten und stellt dabei Smartphones und passendes Zubehör in den Mittelpunkt des Sortiments.

Erprobte Praxistipps für angehende Dropshipping Händler

Die folgenden Tipps und Hinweise erleichtern dir den Einstieg in eine Selbständigkeit auf der Basis von Dropshipping.

Tipp 1: Lieferanten sorgfältig auswählen

Die Zuverlässigkeit und Professionalität der Lieferanten zählt zu den wichtigen Erfolgsfaktoren im Dropshipping. Wähle Hersteller und Großhändler mit viel Sorgfalt aus und überprüfe deren Leistung regelmäßig.

Tipp 2: Das Shopthema erkennbar halten

Auch wenn du als Dropshipper riesige Sortimente aufbauen kannst, ohne, dass dies zu erhöhten Kosten führt, solltest du für deine Besucher und Kunden das Thema des Shops immer erkennbar halten. Nur so baust du Stammkundschaft auf.

Tipp 3: Produkte mit hoher Retourenquote meiden

Retouren stellen eine ernsthafte Störung der betrieblichen Abläufe dar und sind mit hohen Kosten verbunden. Entferne Produkte mit einer erhöhten Rücksendequote daher so schnell wie möglich aus deinem Sortiment.

Tipp 4: Gesparte Zeit in Werbung und Marketing investieren

Als Dropshipper sparst du im Tagesgeschäft eine Menge Zeit, da du dich nicht um Lagerung und Versand kümmern müssen. Nutze diese Zeit, um dich intensiv mit Werbung, Marketing und der Betreuung deiner Kunden zu beschäftigen.

Tipp 5: Laufende Kosten dauerhaft gering halten

Einer der Hauptvorteile von Dropshipping Händlern besteht in den geringen laufenden Kosten. Sorge dafür, dass dir dieser Vorteil dauerhaft erhalten bleibt, indem du deine Ausgaben konsequent und diszipliniert gering hältst.

Alisha Meier

Um seine Zielgruppe im Internet zu begeistern muss man kreativ sein. Alisha besitzt diese Kreativität und weiß als Content Marketerin bei sevDesk, welche Inhalte im Netz funktionieren. Im Blog beschäftigt sie sich mit sämtlichen Kreativthemen und versucht Selbstständige zu inspirieren.

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