Skonto

Kunden, die ihre Rechnungen schnell bezahlen, werden von vielen Unternehmen dafür belohnt, indem ihnen ein Skonto gewährt wird. Es ist nicht die Pflicht eines Unternehmens, diesen Nachlass zu gewähren. Es liegt im Ermessen eines jeden Unternehmens, ob es bei kurzfristiger Bezahlung der Rechnungen einen solchen Rabatt gewährt.

Was ist Skonto?

Beim Skonto handelt es sich also um einen Preisnachlass, eine Belohnung für schnelle Rechnungsbegleichung. Der Begriff kommt aus dem Italienischen und bedeutet wörtlich “Abzug” oder “Rabatt”. Es handelt sich dabei um den gewährten Preisnachlass für eine schnelle Zahlung. Um diesen gewährt zu bekommen, muss die Zahlung der Rechnung innerhalb einer bestimmten Frist erfolgen. Meist beträgt diese Zahlungsfrist nur wenige Tage. Will man als Unternehmer eine rechtskonforme Rechnung schreiben, muss man einige gesetzliche Bestandteile und Pflichtangaben beachten. Wenn mann einen Skonto oder skontoähnlichen Rabatt einräumen möchte, so muss man in der Rechnung die Zahlungsfrist angeben, in der man den Nachlass gewährt. In der Regel formulieren Unternehmer die Zahlungsbedingungen dann wie folgt:

Der Rechnungsbetrag ist zahlbar ohne Abzug binnen 14 Tagen. Bei einer Zahlung innerhalb von 5 Tagen gewähren wir 2 % Skonto.

Zusätzlich muss man Höhe des Rabatts auf prompte Zahlung in Prozent sowie den Geldbetrag für den Skonto angeben. Man überlässt also nicht dem Kunden die Kalkulation, sondern nennt den Endbetrag abzüglich Skonto. Ein Unternehmen, das einen solchen Rabatt auf den Rechnungsbetrag gewährt, muss bereits bei der Preisbildung entsprechend kalkulieren. Für den Skonto gilt ein Skontosatz für die Zahlung, der innerhalb der genanten Anzahl an Tagen genutzt werden kann. Ein üblicher Skontosatz sind 2 oder 3 Prozent. Die Höhe liegt jedoch im Ermessen des Rechnungsstellers.

Tipp:

Mit dem sevDesk Rechnungsprogramm kannst du in wenigen Minuten Rechnungen und Angebote erstellen. Zusätzlich bietet dir die sevDesk Software die Möglichkeit, in der Rechnungs- und Angebotserstellung einen Preisnachlass hinzuzufügen.

 

Skonto Belohnung für schnelles zahlen

Wichtige Begriffe zum Skonto

Im Zusammenhang mit dem Thema Skonto tauchen immer wieder dieselben Begrifflichkeiten auf. Hierbei werden diese Begriffe jedoch oft missverständlich bzw. in falschen Zusammenhängen genutzt. Folgende Übersicht definiert die wichtigsten Begriffe:

  • Zahlungsziel: Das Zahlungsziel definiert die vom allgemeinen Kaufrecht abweichende Zahlungsbedingung. Dem Zahlungspflichtigen wird durch das Setzen eines Zahlungsziels praktisch ein Kredit gewährt.
  • Skontofrist: Die Skontofrist bezeichnet jene Frist, innerhalb derer ein Preisnachlass gewährt wird. Hierbei ist die Skontofrist immer kürzer als das Zahlungsziel.
  • Skontosatz: Der Skontosatz liefert den Prozentsatz des Skontos.
  • Skontobetrag: Der Skontobetrag definiert den konkreten Betrag des Preisnachlasses, welcher sich aus der Anwendung des Skontos ergibt.
  • Zielkauf: Als Zielkauf wird der Kauf bezeichnet, bei dem ein Zahlungsziel oder ein Zahlungsaufschub gewährt wird.
  • Lieferantenkredit: Der Lieferanten Kredit ist der Kredit des Lieferanten für den Kunden in Form eines gewährten Zahlungsaufschubs.

Berechnungsgrundlage für Skonto

Will man eine Rechnung erstellen, muss man die Bemessungsgrundlage für den Skonto berücksichtigen. Zumeist ist das der Umsatz zu einem Zielverkaufspreis inklusive der Umsatzsteuer. Der Preisnachlass wird also auf den Brutto-Umsatz gewährt, doch kann er hin und wieder auch auf den Netto-Umsatz gewährt werden. Dies darf allerdings nicht geschehen, wenn man einem privaten Haushalt eine Rechnung stellt. Endverbraucher müssen den Rabatt auf den Bruttopreis gewährt bekommen, da sie nicht zum Abzug der Vorsteuer berechtigt sind.

Nicht immer ist der volle Rechnungsbetrag die Bemessungsgrundlage und Kalkulationsbasis. Vor allem bei Handwerkerrechnungen kann der Rabatt auch nur auf die reinen Materialkosten gewährt werden. Die Bemessungsgrundlage kann frei verhandelt werden. Bereits im Angebot können der Preisnachlass für prompte Zahlung und dessen Kalkulationsgrundlage ausgewiesen werden. Diese können so als Incentive dem potenziellen Kunden schmackhaft gemacht werden. Bezieht sich der Rabatt nicht auf den Bruttorechnungsbetrag oder nicht auf den vollen Rechnungsbetrag, so muss das in der Rechnung angegeben werden, damit Kunden Klarheit haben.

Viele Unternehmen gewähren Skonto

Welcher Skontosatz gilt?

Der Skontosatz wird in Prozent angegeben, in der Regel und historisch bedingt liegt er bei zwei bis drei Prozent. Er kann allerdings auch gestaffelt sein, abhängig von der Zeit, in der eine Rechnung bezahlt wird. Ein Skonto ist ein kurzfristiger (im Sinne von wenigen Tagen) Lieferantenkredit, der für die Kunden attraktiv sein kann.

Berechnung des Zinssatz für ein Skonto

Um die Vor- und Nachteile eines Skontos feststellen zu können, muss zunächst der effektive Zinssatz eines Lieferantenkredits berechnet sowie mit dem Kreditzins verglichen werden. Dieser lässt sich anhand dieser Formel berechnen:
((Zielverkaufspreis/Skonto-Verkaufspreis)1)*(360/(Zahlungsziel Skontofrist))
Stellt sich bei der Anwendung der Formel heraus, dass der errechnete Zinssatz über dem Kontokorrentkredit der Bank liegt, wird davon abgeraten, den Lieferantenkredit in Anspruch zu nehmen.

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Historische Bedeutung des Skonto in Deutschland

Als in der Bundesrepublik Deutschland noch das “alte” Rabattgesetz galt, war der Skonto der einzig zulässige Rabatt, den Unternehmer einem Privatverbraucher bei der Zahlung einräumen durfte. Die Höhe des Rabattes hatte der Gesetzgeber einst auf 3 Prozent begrenzt. Weitergehende Rabatte schloss das alte Rabattgesetz von 1933 als wettbewerbswidrig aus, das erst auf Druck der Europäischen Union 2002 ersatzlos abgeschafft wurde.