Merchant

Waren oder Dienstleistungen über das Internet zu verkaufen gehört in der heutigen Zeit zum Alltag. Es geht hier aber nicht nur um Online-Shops. Zentrales Thema beim Verkauf von Waren oder Dienstleistungen im Internet ist das sogenannte Affiliate Marketing. Um hier Geschäfte betreiben zu können, wird sowohl ein Merchant als auch ein Affiliate benötigt.

Das erwartet dich heute:

Was ist ein Merchant?

Ein Merchant, in der deutschen Sprache auch Anbieter oder Händler genannt, ist eine Person, welche im Internet Dienstleistungen oder Produkte verkaufen will. Der Merchant kann sowohl eine Einzelperson als auch ein Unternehmen sein. Im Affiliate Marketing ist der Begriff Merchant eine feste Größe. Die angebotene Ware oder Dienstleistung vom Merchant wird durch einen Affiliate-Partner beworben. Im Bereich Affiliate steht der Merchant ganz oben und macht seinen Umsatz mit seinen Produkten. Die Werbung für seine Güter wird von ihm selbst bezahlt.

Wie funktioniert Affiliate-Marketing?

Affiliate-Marketing stammt aus den USA und kann mit dem Wort Partnerprogramm übersetzt werden. Seit 1997 gehört es zu den klassischen Disziplinen im Bereich Online Marketing. In diesem besagten Jahr konnte der Gründer von Amazon, Jeff Bezos, die ersten Partner für sein Affiliate-Marketing gewinnen. So wurden beispielsweise Bücher beworben und dann von Amazon verkauft. Seit dieser Zeit sind noch viele weitere Netzwerke hinzugekommen. Beim Affiliate-Marketing sind mindestens zwei, in der Regel drei Parteien beteiligt.

  • Der Merchant ist der Werbetreibende und wird auch als Advertiser bezeichnet. Er stellt die Werbemittel für seine Produkte dem Publisher zur Verfügung.
  • Der User, welcher eine Webseite besucht und dort vielleicht etwas kauft.
  • Der Affiliate, der als Vermittler auftritt und auch als Publisher bezeichnet wird. Er bewirbt die Produkte vom Merchant mit dessen zur Verfügung gestellten Werbemitteln.

Die Rolle des Merchant im klassischen Affiliate Marketing

Der Merchant ist eine von mindestens zwei Parteien im klassischen Affiliate Marketing. Über einen Online-Shop vertreibt der Merchant seine Produkte, Dienstleistungen oder andere Güter. Dabei besteht immer eine Kooperation mit einem Affiliate. Dieser Affiliate stellt dabei einen Publisher dar. Dieser Publisher hat dabei die Möglichkeit, die Waren des Merchant zu bewerben. Dies kann er beispielsweise über folgende Kanäle machen:

  • Werbung über eine Webseite
  • Werbung über einen Kanal bei YouTube
  • oder Werbung über Messenger Marketing

Durch diese Werbeanzeigen werden die Produkte präsentiert. Überdies wird mittels eines Affiliate-Links auf die Produkte des Merchant verlinkt. Klickt nun ein User im Internet auf diesen Link klickt und es kommt zum Abschluss einer sogenannten Conversion, bezahlt der Merchant an den Affiliate eine Provision. Dafür stehen verschiedene Provisionsmodelle zur Verfügung.

Unterschied zwischen Merchant und Publisher

Um das Affiliate-Marketing erfolgreich zu gestalten, ist es wichtig, dass Merchant und Publisher Hand in Hand arbeiten. Nur so lässt sich ein maximaler Erfolg erreichen. Dem Publisher kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Er muss hochwertige Inhalte zur Verfügung stellen, damit möglichst viele Besucher auf seine Seite kommen und auch dauerhaft bei ihm verbleiben. Der Merchant stellt ihm Banner oder andere Werbemittel zur Verfügung, die der Publisher auf seiner Seite platziert. Das Ziel beider ist dann erreicht, wenn möglichst viele User auf diese Werbemittel klicken und damit zu Kunden vom Merchant werden. Für den Publisher ist dies ebenfalls wichtig, denn er wird dafür vom Merchant entlohnt. Für den Publisher ist dies auch eine sehr gute Möglichkeit, seine eigene Seite oder seine Seiten damit zu finanzieren.

Welchen Nutzen hat der Merchant?

Im Affiliate-Marketing profitiert der Merchant vor allem von einer Steigerung der Reichweite und den Conversions. Dies darfst du auf keinen Fall unterschätzen, denn dieser Fakt kann für dich durchaus einen finanziellen Nährwert bieten. Du musst zwar an den Affiliate die bereits erwähnten Provisionen zahlen, doch die sind nicht so besonders hoch. Viel von deinem Gewinn musst du deshalb nicht abziehen als Merchant. Die verschiedenen Abrechnungsmöglichkeiten kannst du aus der oben stehenden Grafik entnehmen. Oft wird zwischen Merchant und Publisher auch eine Provision vereinbart, die sich zwischen 10 % und 15 % von deinem Gewinn bewegt. Wenn du möchtest, kannst du natürlich auch einen Fixbetrag vereinbaren.

Für dich als Merchant kannst du aber auch ohne Conversions deinen Nutzen ziehen. Durch das Affiliate-Marketing ist es möglich, deine Reichweite deutlich zu steigern. Dies ist zu erreichen, wenn beispielsweise deine Werbeanzeigen auf verschiedenen Affiliate-Plattformen ausgespielt werden. Bei User wächst damit der Wiedererkennungswert, ohne auf die Anzeige zu klicken. Und für dich entstehen ja nur Kosten, wenn er darauf klickt.

Netzwerke des Affiliate-Marketings

Selbst als kleiner Shopbetreiber hast du die Möglichkeit, dich als Merchant auf dem Markt zu positionieren. Du kannst dich an den Netzwerken beteiligen, ohne dass du dafür einen passenden Distributor brauchst. Wenn einem Netzwerkpartner deine Produkte oder Dienstleistungen gefallen, dass kann er sich diese heraussuchen und bewerben. Er selbst erwartet davon natürlich auch einen entsprechenden Profit. Hier sind vier sehr gute Netzwerke im kurzen Überblick. Du musst ja nicht immer gleich nur an Amazon denken.

Netzwerk Beschreibung
Awin (fusioniert mit Affilinet)In diesem Netzwerk findest du eine Vielzahl von Partnerprogrammen. Sicherlich ist hier auch etwas dabei, was zu dir passt. Du findest bei Awin eine große Auswahl. Die reicht von großen und bekannten Marken bis hin zu Nischenanbietern.
SuperClixDas Affiliate-Netzwerk SuperClix weist eine Besonderheit auf. Du bekommst dort eine automatische Freischaltung für alle vorhandenen Partnerprogramme. Du brauchst dich nur anzumelden und schon kannst du so gut wie alle Partnerprogramme für dich nutzen. Derzeit sind dort rund 700 Programme vorhanden.
DigiStore 24Dieses Netzwerk ist nicht unbedingt als großes Netzwerk zu bezeichnen. DigiStore24 ist eine Plattform für digitale Produkte. Von Vorteil ist, dass es hier eine integrierte Affiliate-Funktion gibt. Ideal für Nischenseiten. Allerdings solltest du wissen, dass du hier als Merchant hier in der Regel deutlich mehr Provision an den Publisher bezahlen musst. Dies ist für digitale Produkte aber normal.
AdCellHast du einen kleineren Shop oder bist eher ein kleiner Anbieter, ist das Affiliate-Netzwerk AdCell keine schlechte Wahl. Dort stehen rund 1.700 Partnerprogramme zur Auswahl.

Wichtige vertragliche Regelungen

In der Regel weiß jeder im Alltag, welche vertraglichen Regelungen eingeht. Sei es bei der Reparatur vom Auto oder dem Kauf von einem Kühlschrank im Elektrofachhandel. Unklar ist allerdings oft die rechtliche Vertragsgestaltung beim Online-Handel. Für dich als Merchant ist es deshalb sehr wichtig, diese Regelungen klar festzulegen.

Ablauf Affiliate-Netzwerk

Die vertragliche Situation ist hier recht eindeutig geklärt. Du als Merchant als auch der Affiliate melden sich im Netzwerk an. Die durch den Merchant zur Verfügung gestellten Partnerprogramme kann der Affiliate jederzeit einsehen. Gefällt ihm eines oder mehrere, so kann er sich beim Merchant bewerben. Nimmst du diese Bewerbung an, so gibt es auf der Webseite des Affiliates angezeigten Werbeanzeigen von dir für diesen eine Provision. Welche Art der Abrechnung zwischen Merchant und Affiliate gewählt wird, musst du aussuchen. Die Abrechnung sollte für dich und deine Bedürfnisse am besten passen.

Tipp:

Das Affiliate Marketing ist eine gute Möglichkeit, sich selbstständig zu machen. Führst du zum Beispiel einen eigenen YouTube Kanal, so kannst du durch die Provision einiges dazu verdienen.

Rechtliche Ausgestaltung für den Merchant

Wie die rechtliche Ausgestaltung aussieht, kann zwischen zwei Varianten gewählt werden.

Das Affiliate-Netzwerk als Dienstleister

Es gibt einige Netzwerke im Affiliate-Marketing, welche sich rein auf die Funktion als Dienstleister beschränken.  Mit der Anmeldung wird vom Merchant und Affiliate ein Vertrag mit dem Netzwerk abgeschlossen. Die vertragliche Gestaltung verpflichtet das Netzwerk, einen Kontakt zwischen dir als Merchant und dem Affiliate herzustellen. Überdies muss das Netzwerk den technischen Ablauf übernehmen und auch eine korrekte Abrechnung erstellen. Außerdem hat das Netzwerk als Zahlungsdienstleister tätig zu sein.

Du als Merchant erhältst vom Affiliate bei seiner Bewerbung ein Angebot. Dieses Angebot enthält einen Online-Werbevertrag. Sagt dir dieser zu, so kannst du diesen annehmen. Damit gehst du mit dem Affiliate eine direkte vertragliche Beziehung ein. Beide Parteien sind damit verpflichtet, die Anzeigen zur Anzeige zu bringen und andererseits die mit der vereinbarten Provision auch zu entlohnen. Der Affiliate kann solche Verträge mit mehreren anderen Merchants abschließen.

Das Affiliate-Netzwerk als Vermittler

Das ist die zweite Variante für eine vertragliche Gestaltung für dich als Merchant. In diesem Fall ist das Affiliate-Netzwerk direkt in den Werbevorgang eingebaut. Meldet sich ein Affiliate bei einem Netzwerk an, wird mit diesem ein Vertrag über Online-Werbung geschlossen. In der Regel ist dies ein Rahmenvertrag, der die Basis für viele andere Unterverträge darstellt. Darin werden alle wichtigen Punkte wie Vermittlung von Werbung, Provisionszahlungen etc. geregelt.

Du als Merchant musst ebenfalls einen Vertrag mit dem Netzwerk abschließen. Unter anderem ist dort geregelt, welche Möglichkeiten es für die Bewerbung deiner Produkte oder Dienstleistungen gibt. Du musst dort angeben, welche Provision du bezahlst, welche Werbemittel von dir zur Verfügung gestellt werden. Du selbst aber gibst hier keine Einladung für einen Affiliate selbst ab. Dies wird vielmehr im Namen vom Affiliate-Netzwerkes gemacht.

Was ist ein Google Merchant Center?

Als Google Merchant Center bezeichnet man eine Plattform. Diese Plattform ermöglicht es dir, als Online-Shopbetreiber für die Platzierung innerhalb deiner Produktdaten Daten-Feeds zu platzieren. Der Begriff Merchant Center bedeutet dabei übersetzt Händlerzentrum. Im Bereich Google Shopping und einigen anderen Google-Diensten bekommen User später die Details zu deinem Produkt oder deiner Dienstleistung angezeigt. Für dich als Merchant hat das Google Merchant Center den Vorteil, dass du die Reichweite deines Shops deutlich erhöhen kannst. Dies bedeutet, du steigerst deine Zugriffszahlen und kannst damit im besten Fall auch deinen Absatz erhöhen und Gewinn steigern.

Wie funktioniert dieses Merchant Center von Google?

Stellt für dich als Merchant dieses „Händlerzentrum“ eine interessante Variante dar, musst du im ersten Schritt ein paar wenige Schritte vornehmen.

  1. Anmeldung mit deinem Google-Account
  2. Registrierung mit deinen Daten im Merchant Center
  3. Erstellung von deinem Daten-Feed (zu jedem deiner Produkte möglich)
  4. Hochladen deines Feeds

Da es sich hier um einen vollständig automatisierten Prozess handelt, kannst du beliebig viele Artikel aus deinem Shop bei Google Shopping unterbringen.

Wichtig!

Ziel sollte es sein, deine Produkte so oft wie möglich an vorderster Position zur Anzeige zu bringen. Um dies zu erreichen, muss dein Daten-Feed von hoher Qualität sein. Achte deshalb gut darauf, dass im Titel von deinem Feed auch der relevante Suchbegriff vorhanden ist. Auch eine ausführliche Beschreibung darf nicht fehlen. Nimm dir dafür also Zeit und nutze dafür Mittel aus der Suchmaschinenoptimierung.

Attribute, die dein Feed enthalten muss

Google macht es dir hier etwas einfacher. Es ist genau definiert, welche Attribute bzw. Informationen du zu deinem Produkt hinterlegen muss. Nur wenn dies erfüllt ist, erfolgt auch eine Aufnahme in den Verkaufskatalog. Um eine optimale Positionierung zu erreichen, muss folgendes enthalten sein.

  • ein Titel für dein Produkt
  • der Fixpreis für das Produkt
  • eine feststehende Artikelnummer
  • eine detaillierte Produktbeschreibung. Als maximale Länge stehen dir dafür 10.000 Zeichen zur Verfügung.
  • Angabe über den Zustand des Produktes (beispielsweise neu oder gebraucht)
  • die Verfügbarkeit des Produktes
  • Zuordnung von jedem Produkt zu einer Google Produktkategorie und einer Artikelkategorie
  • alle weiterführenden Links muss auf die von dir gewünschte Zielseite führen (also zum Produkt)
  • positiv wirkt sich auf das Ranking aus, wenn du noch ein Produktbild hinzufügst

Für dich als Merchant gilt es natürlich auch immer die aktuellen Trends zu beobachten. Wie entwickelt sich was? Wo kann es Probleme geben? Vorweg schon einmal eine gute Nachricht. Die Prognose was den Umsatz betrifft, ist weiterhin sehr rosig. Damit wird der Trend aus 2018 fortgesetzt, der immerhin 72 Prozent aller Merchants erfolgreicher agieren ließ, als im Jahr zuvor. Im Überblick die wichtigsten Trends, die du kennen solltest. Diese sind vor allem für Affiliates wichtig, sollten aber auch bei dir als Merchant Beachtung finden.

Wichtige Trends AffiliatesProbleme für Affiliates Publisher-Modell für Merchants
  • mobile Traffic nimmt immer mehr zu
  • ePrivacy sorgt für Probleme
  • Ausbau Cross-Device-Tracking
  • Cross-Device-Tracking auf Merchant Seite nicht vorhanden
  • Datenschutz wird immer wichtiger
  • Provisionen für Merchants zu gering
  • Contentseiten immer gefragter
  • Deal-Seiten gewinnen an Beliebtheit
  • Cashback/Bonus immer wichtiger

Vor- und Nachteile im Affiliate-Marketing

Wie bei allen selbständigen Möglichkeiten musst du auch beim Affiliate-Marketing auf die Vor- und Nachteile achten. Es handelt sich hier schließlich auch um einer Art des selbstständigen und gewerblichen Online-Marketings.

Vorteile Affiliate-MarketingNachteile Affiliate-Marketing
  • Als Merchant bekommst du kostenlose Werbeplätze. Bezahlen musst du nur, wenn eine Conversion stattfindet.
  • Es ist nicht sonderlich schwer, Bilder, Banner, Links und sonstige Werbemittel auf bestimmten Medien zu integrieren.
  • Affiliate ist eine gute Möglichkeit online Geld zu verdienen. Dies hängt von der ausgehandelten Provision mit dem Merchant ab.
  • Als Merchant kannst du deine Produkte oder Dienstleistungen vielseitig bewerben lassen und einer großen Gruppe zugänglich machen.
  • Sowohl als Merchant als auch als Affiliate können Netzwerke genutzt werden. Dies verringert nicht nur den Arbeitsaufwand, sondern auch die Kosten.
  • Nicht alle Produkte lassen sich leicht vermarkten. Deshalb im Vorfeld genau überlegen, ob dies wirklich zum Angebot passt.
  • Durch falsches Marketing und ungünstiger Platzierung der Werbeanzeigen kann dies zu einer Schädigung des Images vom Merchant führen.
  • Bei gebührenpflichtigen Partnerprogrammen genau auf die entstehenden Kosten achten. Sonst kann für dich als Merchant die Bewerbung deiner Produkte schnell zur Kostenfalle werden.
  • Bis sich der richtige Erfolg einstellt, braucht es oft Geduld und Zeit.

Fazit

Möchtest du als Merchant ein Partnerprogramm starten, dann gilt es für dich einige relevante Kriterien zu beachten. Für den kleinen Online-Shopbetreiber kann eine hohe Setup-Gebühr schon zu viel bedeuten. Ein anderer Merchant hingegen sieht die potenziellen Verkäufe durch eine höhere Reichweite. Zum Start kann man sich auch einiger kleinerer Netzwerke bedienen. Hier ist allerdings zu beachten, dass der Umsatz hier nicht sonderlich hoch sein wird. Als Merchant musst du genau abwägen, welches Partnerprogramm in welchem Netzwerk für dich am besten geeignet ist.

Nadine Höpf

Content Marketerin und gleichzeitig als Country Managerin für Frankreich zuständig. Nadine kann nicht nur in deutsch gehaltvolle Inhalte erstellen, sondern mühelos auch in französisch. Eine deutsche Kostprobe von ihrem Können bekommst du auf diesem Blog.