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Freie Stellen unbesetzt!?

Haben Sie Probleme beim Besetzen freier Stellen in Ihrer Kanzlei?

Viele Kanzleien tun sich sehr schwer mit dem Finden neuer Mitarbeiter. Des Öfteren werden wichtige Mandate aufgrund fehlender Kapazitäten abgelehnt. Nicht wunderlich, dass laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens S.W.I. Finance, 84,5% der Steuerberater der Rekrutierung die größte Bedeutung für die künftige Entwicklung Ihrer Geschäfte zuschreiben.

„Wie erreiche ich heute die Nachwuchskräfte?“

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, für potenzielle Bewerber in Erscheinung zu treten. Doch welche davon passen zu Ihnen und Ihrer Kanzlei? Wir möchten Klarheit schaffen und zeigen Ihnen eine Übersicht verschiedener Herangehensweisen:

Maßnahmen Kanzlei

  • Erste und wichtigste Anlaufstelle: Die eigene Kanzlei

    Haben Sie schon mal daran gedacht, dass sich z.B. eine Mitarbeiterbeförderung auch direkt auf die Attraktivität Ihrer Kanzlei auswirken kann? Wie im Beispiel des motivierten Bilanzbuchhalters, der nach bestandener Examensprüfung zum Steuerberater aufsteigt. Da Sie über längerer Zeit hinweg die Arbeitsmoral Ihrer Mitarbeiter kennen, gehen Sie mit einer strategisch überlegten Beförderung kaum ein Risiko ein. Gleichzeitig punkten Sie bei Ihrem Angestellten jedoch in Sachen Mitarbeiterbindung und motivieren ihn dazu, seinen Arbeitgeber in seinem privaten sowie beruflichen Netzwerk weiterzuempfehlen. Mit Blick auf die vergangenen Entwicklungen im Recruiting zählen Mitarbeiterempfehlungen heutzutage zu den wichtigsten Instrumenten.

  • Veranstaltungen

    Mit einem eigenen Stand auf Berufsinfomessen können Sie in nur kurzer Zeit Interessenten aus der Region erreichen. Sie können sich direkt vor Ort austauschen und erlangen so erste Eindrücke, was Ihnen im nächsten Schritt Entscheidungen erleichtern kann.

    Auch Hochschulen sind grundsätzlich an Kontakten zu Unternehmen interessiert. So kann durch eine Unternehmenspräsentation z.B. der ein oder andere angehende Steuerfachwirt oder Betriebswirt auf Sie aufmerksam werden. Das Vergeben von Praktikumstellen ermöglicht Ihnen frühzeitig Kontakte zu knüpfen und angehende Fachkräfte an sich zu binden.

    Auch Fachveranstaltungen zu besuchen kann durchaus Sinn machen. Angenommen Sie suchen Fachkräfte mit ganz bestimmten Qualifikationen, so erreichen Sie die Zielgruppe unter anderem über branchenspezifische Netzwerk- oder Come-Together-Veranstaltungen. Alternativ können in zugehörigen Printmedien auch Ausschreibungen zum Erfolg führen, was direkt zum nächsten Punkt überleitet: Stellenausschreibungen.

  • Macht eine klassische Stellenausschreibung noch Sinn?

    Wie bereits erwähnt, kann eine Stellenausschreibung in Fachzeitschriften bei der Suche nach Fachkräften durchaus erfolgreich sein.

    Eine Studie des Centre of Human Resources Information System (CHRIS) zeigt jedoch, dass 90% der Top Unternehmen in Deutschland die Stellenausschreibungen nur noch im Internet veröffentlichen. Wieso sollten nicht auch Kanzleien dieses Medium nutzen?

    Dabei sollte man bei der eigenen Website starten, denn ein ordentlicher Internetauftritt ist heutzutage unabdingbar. Nur etwa die Hälfte der Einzelkanzleien verfügt über eine Internetpräsenz und das obwohl die Praxis zeigt, dass potenzielle Bewerber vor dem Versenden einer Bewerbung erstmal über Suchmaschinen nach einer Kanzlei bzw. einem Unternehmen suchen, um sich vorab ein Bild machen zu können – die Website wird demnach als erste Informationsquelle genutzt.

    Auch die Sozialen Netzwerke gewinnen immer mehr an Bedeutung. Insbesondere die Generationen Y oder Z schreiben diesem Medium eine beachtliche Rolle zu. Während die meisten Steuerberater kein eigenes Unternehmensprofil auf Facebook haben, verbrachten Jugendliche (zwischen 16-24 Jahren) im vergangenen Jahr im Durchschnitt 3 Stunden täglich in den sozialen Netzwerken (Quelle).

    Um genau diese Zielgruppe zu erreichen, sollte man also dem Trend folgen. Auf sozialen Medien wie Facebook und Instagram kann sich jeder kostenfrei ein Profil erstellen. Hierbei sollte man sich und die Kanzlei so authentisch wie nur möglich darstellen. Empfehlenswert ist auch, sich Seiten erfolgreicher Kanzleien bzw. Unternehmen anzuschauen, um sich so einige Anregungen einzuholen. Grundsätzlich gilt es, in regelmäßigen Abständen Inhalte zu posten, da anderenfalls das Profil schnell in Vergessenheit gerät. Das Ganze hat allerdings noch einen weiteren, sehr praktischen Nebeneffekt – nicht nur neue Angestellte können über solche Plattformen gefunden werden, auch potenzielle Mandanten werden so auf Ihre Kanzlei aufmerksam.

    Darüber hinaus gibt es reine Karriere- und Jobportale wie z.B. Xing oder LinkedIn. Neben der allgemeinen Unternehmensdarstellung, können dort ebenfalls Stellenausschreibungen gepostet werden. Auch Arbeitsuchende haben die Möglichkeit, auf entsprechenden Plattformen Stellengesuche einzustellen. Das bedeutet, Sie können einen Interessenten für Ihre freie Stelle finden oder Sie werden von einem Suchenden gefunden.

Kanzlei Social Recruiting

Bewerbungen erhalten – wie geht’s jetzt weiter?

Die Vorgehensweise nach dem Erhalt von Bewerbungen ist ganz individuell.

Sie können bei einer hohen Anzahl an Bewerbungen vorab einen Fragebogen an die Bewerber rausschicken- am besten per E-Mail, da dieser Kommunikationsweg der Schnellere ist. So kann im Nachgang eine erste Selektion durchgeführt werden.

Auch Telefoninterviews werden zur ersten Kontaktaufnahme immer häufiger gewählt. Bei einem persönlichen Gespräch und den richtigen Fragen kann hier oft schon erkannt werden, ob jemand ins Team passt oder nicht.

Letztendlich gibt es natürlich noch das klassische Bewerbungsgespräch. Dieses kann sowohl in Ihrer Kanzlei als auch an einem öffentlichen Ort, wie z.B. einem Café, stattfinden. Zu dem Gespräch können gerne auch weitere Teammitglieder, Mitarbeiter oder Kollegen miteinbezogen werden, sodass jeder zur finalen Entscheidung beitragen kann. Das gibt allen das Gefühl bei wichtigen Entscheidungen mitsprechen zu dürfen und stärkt die kollegiale Zusammenarbeit.

Die wichtigste Regel im Rekrutierungsprozess lautet jedoch: Lassen Sie sich mit der Rückmeldung nicht zu viel Zeit! Denn aufgrund der Arbeitsmarktlage sind Bewerber oft nicht bereit, lange zu warten. Außerdem übermitteln Sie Ihren Bewerbern so ein Gefühl der Wertschätzung, welches im persönlichen Entscheidungsprozess des Kandidaten eine enorm große Rolle spielen kann.

Neuer Mitarbeiter eingestellt – Abwerbungen verhindern!

Der Lage des Arbeitsmarktes geschuldet, besteht ständig das Risiko, Mitarbeiter durch Abwerbung zu verlieren. Deshalb müssen Sie als Kanzlei umdenken und sich die Frage stellen „Was kann ich als Arbeitgeber tun, um für meine Mitarbeiter attraktiv zu bleiben?“.

Die meisten jungen Menschen legen Wert auf Entwicklungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen. Auch ein regelmäßiger Austausch, z.B. in Form von Jahresgesprächen ist für die Mitarbeiterbindung essentiell. Hierbei sollte die Kommunikation auf Augenhöhe stattfinden. Der Vorteil kleinerer Kanzleien ist, dass die Mitarbeiter aufgrund flacher Hierarchien in unternehmerische Entscheidungen miteingebunden werden können.

Auch kleinere Maßnahmen können eine große Wirkung haben. So stärken freie Snacks, Obst oder Getränke die Motivation der Mitarbeiter und unterscheidet Sie von anderen Kanzleien.

Des Weiteren gewinnt das Thema Flexibilität immer mehr an Bedeutung. Die Möglichkeit gelegentlich auch von Zuhause aus arbeiten zu können, ist für viele ein Muss. So kann beispielsweise ein Handwerkertermin wahrgenommen werden ohne dass man sich dafür einen Urlaubstag nehmen muss. Dank dem heutigen Zeitalter der Digitalisierung stellt das so genannte Home Office auch keine sonderliche Hürde mehr dar.

Müller + Partner sind in Sachen Personal- und Unternehmensentwicklung kompetente Ansprechpartner. Falls Sie zu den angesprochenen Themen Fragen haben, können Sie sich gerne an die Kollegen wenden. Die Website finden Sie unter folgendem Link: www.muellerundpartner.de.

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