Gamification – Mitarbeitermotivation spielerisch steigern

Das erwartet dich heute:

Definition: Was ist Gamification?

Als Gamification wird die Anwendung spieltypischer Elemente in einem spielfremden Kontext bezeichnet.

Im Grunde genommen handelt es sich bei der Gamification um spielerische Wissensvermittlung. Die Inhalte und Aufgaben, die besonders komplex, schwer zugänglich oder eintönig sind, können auf innovative Art und Weise näher gebracht werden.

Erst seit Anfang der 2010er findet eine aktive Implementierung statt. Eines der berühmtesten Beispiele für solch eine Gamification ist der Wahlomat. Beim Wahlomat wird dem Nutzer spielerisch politisches Wissen vermittelt.
Auch im beruflichen Umfeld wird diese Möglichkeit immer beliebter. Dieser spielerische Anreiz soll die Motivation und die Leistungsbereitschaft steigern.

Entwicklung von Gamification

Zu Beginn fanden die ersten Einsätze von Gamification in der Werbung und im Unterhaltungsbereich statt. Danach erfolgte die Ausweitung auf die Bereiche Shopping, Fitness und Lernen. Dabei entstanden weitere Überschneidungen zu älteren Theorien aus dem Bildungsbereich, wie Serious Games, Edutainment und game-based Learning.

Der Erfolg der Gamification besteht vor allem darin, dass Menschen grundsätzlich daran interessiert sind, zu spielen. Das nicht zuletzt deshalb, weil die Emotionen, die spielerische Erlebnisse mit sich bringen, positive Erlebnisse auslösen können.

Ob sich auf lange Sicht ein Gewöhnungseffekt einstellt und die Bereitschaft abnimmt, bleibt allerdings abzuwarten.

Gamification zur Steigerung der Mitarbeitermotivation

Auch im Bereich der Mitarbeitermotivation kann Gamification eingesetzt werden. Innerhalb des Unternehmens können beispielsweise Ranglisten erstellt werden. In diesen Ranglisten werden alle Mitarbeiter aufgezählt. Für erfolgreich abgeschlossene Projekte, hohe Verkaufszahlen und auch andere Erfolge, klettert der jeweilige Mitarbeiter, innerhalb der Rangliste, weiter nach oben. Das fördert zum einen die Motivation, aber auch den Konkurrenzkampf unter den Mitarbeitern. Denn wohl jeder Mitarbeiter möchte gewinnen. Vor allem dann, wenn ein Preis in Aussicht ist. Das gehört nämlich auch zur Gamification dazu.

Diese Preise können beispielsweise Vergünstigungen, Urlaubstage oder auch virtuelle Urkunden sein. Innerhalb der Gamification eröffnen sich immer wieder neue Möglichkeiten, denn auch Weiterbildungen in dieser Form sind möglich.

Die Mitarbeiter erhalten Avatare, die sie durch die Lernumgebung begleiten. Durch abgeschlossene Kurse entstehen Punkte, die dem Mitarbeiter zugeteilt werden. Danach drucken sich die Mitarbeiter Urkunden aus oder sehen sich kurze Belohnungsvideos an.

Auch die körperliche Fitness lässt sich damit steigern – wer die Treppen, anstatt den Fahrstuhl nutzt, bekommt virtuelle Punkte. Ob es dabei jeweils Preise oder andere Anreize geben soll, kann der Arbeitgeber selbst entscheiden.

Denn auch das ist ein großer Vorteil der Gamification: Die eigentliche Ausgestaltung bleibt jedem selbst überlassen. So können die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Belegschaft optimal mit einbezogen werden.

Die Elemente der Gamification

Die Gamification kann auf verschiedenen Arten angewandt werden. Um zu entscheiden, welche sich für Dich lässt sich dabei in verschiedene Elemente unterteilen:

ElementErklärung
QuestQuests sind bestimmte, über das Ziel klar definierte Rätsel oder Fleißaufgaben, die der Spieler in einer bestimmten Zeit lösen muss. Dabei kann das Lösen der Rätsel allein oder auch in Gruppen stattfinden. Quests sind meist so ausgelegt, dass der Spieler durch sie an Erfahrung gewinnt, um immer komplexere Quests bewältigen zu können.
ZielDas Ziel ist es, dass der Mitarbeiter sich immer weiter fortbildet. Und das soll spielerisch durch verschiedene Quests stattfinden.
Transparenter StatusDer Transparente Status ist sozusagen eine Fortschrittsanzeige. Diese Fortschrittsanzeige kann auch von allen anderen „Spielern“ eingesehen werden. Das soll unter anderem dazu beitragen, die Motivation der Mitarbeiter zu steigern.
Transparenz des ResultatsFür die Transparenz des Resultats können im Spiel
– Belohnungen
– Erfahrungspunkte
– Preise
– und Auszeichnungen
verwendet werden.
RückmeldungDiese ist eine Rückmeldung für das Handeln eines Users. Umso unmittelbarer diese Rückmeldung erfolgt, desto besser ist es.
Tieferer SinnDie Spieler sollen zielorientiert handeln. Dazu können sie durch sinnvolle Ziele motiviert werden. Dieses Element beschreibt in diesem Zusammenhang das Arbeiten an etwas Großartigen oder Erstrebenswerten. Meistens werden die Dinge mit Gruppen-Erlebnissen kombiniert.
Cascading InformationDie Cascading Information sieht vor, dass dem jeweiligen Spieler nur bestimmte, für die aktuelle Aufgabe notwendige Informationen mitgeteilt werden.
GruppenarbeitUm die Gruppenarbeit zu fördern, werden innerhalb der verschiedenen Quests, oftmals Aufgaben gestellt, die die Teilnehmer untereinander zur Kommunikation und Zusammenarbeit bringen sollen.
RanglisteDie Rangliste bringt eine Punkteskala mit sich. Anhand dieser Skala können sich Mitspieler messen. Außerdem hat die Rangliste eine Verbindung zu Belohnungssystemen, die auch einen Levelaufstieg ermöglichen.
Preis als ErfolgsanreizBestimmte Preise sorgen für mehr Motivation bei den Mitarbeitern. Du kannst bestimmte Preise wie Urlaubstage verteilen. Aber auch einfache, digitale Urkunden können schon als Preis zählen.

Apps und Tools für Gamification

Außerdem gibt es mittlerweile verschiedene Apps und Tools, die für die Gamification verwendet werden können. Zum Beispiel die folgenden:

Habitica

Habitica ist eines davon. Habitica setzt Spielmechanismen für bessere Arbeitsgewohnheiten ein. Der Spieler schlüpft hier in die Rolle eines Helden oder einer Heldin, dabei kann der Spieler wie in einem Rollenspiel neue Punkte oder Fähigkeiten erwerben, wenn Aufgaben abgeschlossen werden.

Neben der klassischen Aufgabenliste, soll Habitica auch dabei unterstützen neue Gewohnheiten zu entwickeln. Es können regelmäßige Sportroutinen oder Arbeitsgewohnheiten definiert werden. Werden die neuen Gewohnheiten regelmäßig ausgeübt, bekommt der Spieler kleine Belohnungen. Dieses Spiel lässt sich sowohl als klassische To-Do Liste, als auch als Habittracker mit dem neue Gewohnheiten entwickelt werden können, einsetzen.
Angelehnt ist dieses Spiel an Rollenspiele. Der Avatar und dessen Ausrüstung können selbst gewählt werden.

Todoist Karma

Neben Habitica gibt es noch Todoist Karma. Todoist Karma ist ein klassischer Taskmanager mit relativ großem Funktionsumfang.

Eine Besonderheit, die dieser Taskmanager mit sich bringt und die ihm auch seinen Namen verleiht, ist die sogenannte Karmafunktion. Die Karmafunktion bringt einen Spielmechanismus in das Selbstmanagement ein. Jedes Mal, wenn der Mitarbeiter eine neue Aufgabe definiert oder erledigt, werden ihm Punkte auf seinem Karmakonto gutgeschrieben.

Mit diesen Punkten steigt man dann in verschiedene Level auf und die Schwierigkeitsstufe steigt immer weiter an. Weiter können Tages- und Wochenziele definiert werden, die für Extrapunkte sorgen, sobald diese erledigt sind. Auch die erledigten Aufgaben der letzten Wochen können angezeigt werden. So hat der Mitarbeiter immer einen Überblick darüber, was er schon alles erledigt hat.

Offline Gamification

Neben den Apps und Programmen kann die Gamification auch Offline durchgeführt werden. Du kannst selbst eine Rangliste erstellen und sie im Büro oder in der Firma aufhängen. Du selbst erstellst dann bestimmte Quests oder definierst Ziele.

Erledigen die Mitarbeiter ihre Aufgaben dann in einer bestimmten Zeit die vorgegebenen Ziele, erhalten sie Punkte dafür und steigen in der Rangliste auf. Dabei sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Tipp!

Neben Gamification gibt es gibt noch weitere Dinge, die du tun kannst, um deine Mitarbeiter richtig zu motivieren. Erfahre hierzu mehr unserem Beitrag zum perfekten Mitarbeitergespräch.

Kritik an Gamification

Neben den ganzen positiven Seiten der Gamification gibt es auch zahlreiche Kritik an ihr. Im Grunde gibt es zwei Hauptargumente, die die Kritiker haben:

  • Die Gamification ist oft schlecht gemacht.
  • Die Gamification kann unter Umständen unmoralisch sein.

Oft ist es so, dass einfach ein Punktesystem an eine schlechte Anwendung angebunden wird und das funktioniert nicht immer gut.

Das Punktesystem hat zwar oft einen positiven Effekt, der allerdings schnell wieder verschwindet, sobald die Nutzer sich daran gewöhnt haben und mit der langsamen, mühsamen oder wenig nutzerfreundlichen Anwendungen weiter arbeiten müssen.

Fazit

Gamification kann, wenn es richtig eingesetzt wird, sehr hilfreich dabei sein seine Mitarbeiter zu motivieren. Verschiedene Quests, die immer schwerer werden, sorgen für ein immer wiederkehrendes, spannendes Erlebnis. Und genau dieses Erlebnis kann mit der Arbeitswelt verbunden werden. Du solltest lediglich darauf achten ein gutes System dafür zu nutzen, um deine Mitarbeiter auch bei Laune zu halten.

Am besten ist es, wenn du eine Art Pilotprojekt, in deiner Firma, startest, um zu sehen wie die Mitarbeiter auch nach einiger Zeit mit dem System weiterhin umgehen.
Nach solch einem Pilotprojekt kannst du auch beobachten, ob die Kritiken zutreffend sind oder nicht.

Im Endeffekt kann dir eine gute Gamification dabei behilflich sein die Arbeitsmoral deiner Mitarbeiter zu steigern und für Freude und Spaß bei der Arbeit zu sorgen.

Nadine Höpf

Nadine spezialisiert sich auf die Erstellung und Bereitstellung von Inhalten auf Blogs und Lexikas. Dabei lässt sie ihrer Kreativität freien Lauf und behält die aktuellen SEO Anforderungen immer im Blick. Mühelos erstellt sie Inhalte auch auf französisch.

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